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Forschung im Klassenzimmer: Berliner Teachers + Scientists erforschen Sitzverhalten bei Schülern

Mittwoch 17.02.2016

Vier Schulen nehmen an der DEDIPAC-Studie teil, die das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) durchführt

(Berlin, 17.02.2016) Wie viel sitzen unsere Kinder und welchen Einfluss hat das auf die Gesundheit? Wovon hängt das ab und wie kann das überhaupt zuverlässig erfasst werden? Diese Fragen stellen sich Thomas Lundschien, Helga Fenz, Sven Kusserow sowie Stefanie Liebelt, Katrin Bertram und Dr. Svenia Podlowski. Die sechs Lehrkräfte kommen vom Andreas-Gymnasium (AG), dem Robert-Havemann-Gymnasium (RHG), dem OSZ Gesundheit und dem Georg-Büchner-Gymnasium (GBG) in Berlin. Zusammen mit Dr. Astrid Steinbrecher, Dr. Katharina Nimptsch, Dr. Luiza Bengtsson und Prof. Tobias Pischon von der Forschungsgruppe Molekulare Epidemiologie des MDC führen sie an ihren Schulen die DEDIPAC-Studie durch, bei der das Sitzverhalten von Schülerinnen und Schülern dokumentiert wird. Diese startet zunächst am Robert-Havemann-Gymnasium und am Georg-Büchner-Gymnasium. Am GBG findet am 18. Februar 2016 um 18.30 Uhr eine Informationsveranstaltungen statt. Die Studie findet im Rahmen des Projektes ‚Teachers + Scientists‘ statt, das von der Bildungsinitiative Science on Stage Deutschland in Kooperation mit der Stiftung Jugend forscht e. V. initiiert wurde.

Gesundheit auf den Lehrplan: Enge Kooperation von Lehrkräften und Forschern

Forschungen weisen darauf hin, dass langes Sitzen die Gesundheit negativ beeinflussen kann. Noch gibt es allerdings kaum verlässliche Daten darüber, wie viel Zeit Kinder und Jugendliche sitzend verbringen und was dieses Verhalten beeinflusst. DEDIPAC steht für ‚Determinants of Diet and Physical Activity‘. Die Studie untersucht, wie Daten zu sitzendem Verhalten und dessen Einflussfaktoren erfasst werden können. Eine Woche lang tragen Schülerinnen und Schüler der beteiligten Berliner Schulen freiwillig Bewegungsmessgeräte am Körper und geben auf Fragebögen Auskunft zu ihrem Sitzverhalten. Die Ergebnisse werden im Anschluss gemeinsam von dem Forscherteam des MDC und den Lehrkräften ausgewertet und mit den Klassen besprochen.

„Gesundheit ist ein Thema, das auf dem Lehrplan nicht fehlen sollte. Die Studie ist für uns Lehrkräfte eine einmalige Gelegenheit, unser Fachwissen zu erweitern und die Schülerinnen und Schüler mit Forschungsabläufen vertraut zu machen“, so die Biologielehrerin Helga Fenz: „Die Kooperation von ‚Teachers + Scientists‘ bietet Lehrkräften wie Wissenschaftlern die Möglichkeit, sich auszutauschen und dadurch weiterzuentwickeln.“

Ein Gewinn für alle Seiten: Dialog statt Elfenbeinturm

Mit dem Modellprojekt ‚Teachers + Scientists‘ möchten Science on Stage Deutschland und die Stiftung Jugend forscht e. V. sowohl Lehrkräften als auch Wissenschaftlern neue Wege der Kommunikation aufzeigen. Während Lehrkräfte bei der langfristig angelegten Projektarbeit mitforschen und dadurch ihr Fachwissen erweitern, erhalten Forscher neue Anregungen zur Wissenschaftskommunikation. Davon profitieren vor allem die Schülerinnen und Schüler, denen für die Lehrinhalte praktische wie spannende Bezüge gezeigt werden können. Neben Berlin beteiligen sich mit Aachen, Bielefeld, Heidelberg und Osnabrück vier weitere Forschungstandems an dem Projekt. Damit das Modell auch an anderen Standorten Schule macht, erarbeiten die Kooperationspartner bis 2017 einen Leitfaden, der Lehrkräfte und Wissenschaftsinstitutionen bei der Zusammenarbeit unterstützt.



Die Regionalkooperation in Berlin – Bewegung und Gesundheit:

Andreas-Gymnasium Berlin (AG): Thomas Lundschien
Georg-Büchner-Gymnasium Berlin (GBG): Katrin Bertram, Stefanie Liebelt und Dr. Svenia Podlowski
OSZ Gesundheit I Berlin / Grundschule am Koppenplatz: Sven Kusserow
Robert-Havemann-Gymnasium Berlin (RHG): Helga Fenz
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC): Dr. Luiza Bengtsson, Dr. Katharina Nimptsch, Prof. Tobias Pischon und Dr. Astrid Steinbrecher

Wie beeinflussen Bewegung und Sitzverhalten unsere Gesundheit? Diese Frage wird im Zeitalter der Zivilisationskrankheiten immer wichtiger – auch als Thema im Klassenzimmer. Als ‚Teachers + Scientists‘ führen sechs Berliner Lehrkräfte zusammen mit Forschern des MDC eine epidemiologische Machbarkeitsstudie zur Erfassung von sitzendem Verhalten und dessen Einflussfaktoren bei Kindern und Jugendlichen durch. Als freiwillige Studienteilnehmer tragen je 40 Kinder und Jugendliche im Alter von 7-8 bzw. von 14-15 Jahren eine Woche lang Bewegungsmessgeräte (Akzelerometer) am Körper und dokumentieren mit Fragebögen ihr Sitzverhalten. Die DEDIPAC-Studie wird in Deutschland vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und vom MDC zusammen mit dem Bremer Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) und der Universität Limerick (Irland)durchgeführt.
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