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Kartoffelchips für den Schulunterricht

Kartoffelchips für den Schulunterricht Dienstag 11.03.2014

Meißener Chemielehrer hält Fortbildung mit dänischer Kollegin an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe

Chemieunterricht soll lebensnah sein. Jens Viehweg ging deshalb einkaufen: Kartoffel- und Tortillachips, aber auch indonesische Krabbenchips landeten in seinem Einkaufswagen. Am 14. März wird der Lehrer die bunten Chipstüten allerdings nicht wie gewöhnlich auf den Schultischen des Sächsischen Landesgymnasiums Sankt Afra in Meißen ausbreiten, sondern auf Labortischen des GDCh-Lehrerfortbildungszentrums Chemie der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe. Denn hier will Jens Viehweg Kollegen überzeugen, mit Chips aller Art besonders spannenden Unterricht zu gestalten.

Ausgezeichnet wurde diese Idee auf Europas größtem Festival für Lehrer der Naturwissenschaften, das alle zwei Jahre stattfindet, zuletzt im vergangenen Jahr an der deutsch-polnischen Grenze in Frankfurt/Oder und Słubice. Organisiert wird es von Science on Stage, einem europäischen Netzwerk, dem Lehrer aus 24 Ländern angehören. Der gemeinnützige Verein Science on Stage Deutschland lud Jens Viehweg daraufhin nach Karlsruhe ein. Mit von der Partie ist die dänische Lehrerin Anne Appe mit einem ebenfalls prämierten Unterrichtsprojekt: Sie zeigt den Teilnehmern der Fortbildung, wie ihre Schüler mit Hilfe moderner LED-Lampen das Wachstum von Pflanzen im Schulunterricht untersuchen. Die Pflanzen produzieren unter dem Einfluss von Licht Biomasse.

Das seit 2003 bestehende Netzwerk Science on Stage sorgt dafür, dass Grundschullehrer und Lehrer der Naturwissenschaften wie Jens Viehweg und Anne Appe den eigenen Unterricht durch einen Blick über den nationalen Tellerrand hinaus verbessern können. „Chemie, Biologie und Physik werden in Dänemark anders unterrichtet als in Deutschland oder in Portugal“, sagt Dr. Ute Hänsler, Vorsitzende von Science on Stage Deutschland. „Über den persönlichen Austausch auf unseren Festivals, in europäischen Arbeitsgruppen oder in Fortbildungen wie der in Karlsruhe, sammeln Lehrer viele gute Ideen und vor allem ganz viel Motivation, den eigenen Unterricht noch spannender zu gestalten.“

Ziel des finanziellen Förderers der Karlsruher Weiterbildung, der Robert Bosch Stiftung, ist es, mehr Schüler für MINT-Berufe zu interessieren. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Wenn Lehrkräfte spannende Unterrichtsprojekte umsetzen, können sie auch ihre Schüler für Naturwissenschaften begeistern.

Jens Viehweg wird seinen Kollegen in Karlsruhe zeigen, wie sich Fette, Kohlehydrate und Eiweiße in unterschiedlichen Chips nachweisen lassen. Per Mikroskop kann er mit Hilfe eines speziellen Farbstoffs sogar Bestandteile von Krabbenschalen in Krabbenchips sichtbar machen. „Vielleicht tragen diese Untersuchungen dazu bei, dass die Schüler ihren Chipskonsum überdenken und letztlich bewusster einzukaufen,“ wünscht sich der engagierte Pädagoge. Er wird sich vielleicht auch für die Teilnahme am nächsten Science on Stage Festival bewerben. Dieses findet 2015 in London statt. Bewerbungsschluss ist der 15. Mai 2014. Infos auf www.science-on-stage.de.

Hinweise an die Redaktion:
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