Science On Stage - Deutschland

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Phineo

Sonntag 21.10.2018

Europe Code Week: Rettungsroboter - CJT-Gymnasium Lauf

Unser Wahlkurs hat 2018 an den German Open des RoboCup in der Liga der Rettungsroboter teilgenommen, als erste Schülergruppe überhaupt, mehrere Monate geschult von Herrn Prof. Dr. May (TH Nürnberg) und unterstützt vom FabLab Nürnberger Land e.V. Insgesamt setzte sich der Wettbewerb aus zwölf Einzel­durchgängen zusammen, jeweils mit Sensorentests und Rennen im Parcours. Für die Wertung wurden die Rohpunkte dieser beiden Teile multipliziert. Die Piloten hatten ohne Sichtkontakt zu steuern, nur mit dem Bild der eingebauten Kamera auf ihrem Laptop. Dabei mussten sie vorwärts und rückwärts Geschicklich­keit und Geländegängigkeit beweisen oder Sonder­aufgaben erfüllen. Das „Gehirn“ unseres Roboters waren unter anderem zwei Raspberry Pi-Computer.

Recht unbefangen wagten wir uns gleich am ersten Tag des Wettbewerbs als einzige Gruppe an die Hindernisse mit den versetzten Rampen – die wir zur Verblüffung der teilnehmenden Universitäten erfolgreich bestanden! So erwarben sich die Schüler bereits zu Beginn die Anerkennung der inter­nationalen Teilnehmer. Ein Großteil der Teststrecken belastete die Roboter – nicht nur den des CJT-Teams – enorm, sodass zwischen den Einzelwettbewerben fast ständig Repara­turen und weitere Optimierungen anfielen. Improvisation stand bei allen Teams hoch im Kurs: So fuhr bei unserem Roboter mal ein Apfel mit, um den Schwer­punkt zu korrigieren, mal war der einzig verfügbare Stahlbügel eine um­gebaute Gabel vom Frühstück.

Selbstverständlich konnten wir in der Gesamtwertung mit unseren 213 Punkten nur eine Handvoll anderer Mannschaften übertreffen, doch bei der Mobilität, einem der vier Teilbereiche, sahen wir viel besser aus: Dort qualifizierten sich drei Teams für das Finale. Weil eines leider seinen Kettenantrieb im gefürchteten Stufenfeld zerstörte, wurden wir mit unserem erfolgreichen Durchlauf Zweite. Unsere Leistung haben wir der hervorragenden Teamarbeit der ganzen Gruppe zu verdanken, deren Tätig­keiten sich von der Steuerung des Fahrzeugs über das Programmieren der Software bis hin zur elektromechanischen Arbeit erstrecken. Die Schüler hatten sich da teilweise ganz außergewöhnlich hohe Kompetenzen angeeignet. Bemerkenswert war auch die Zusammenarbeit der Teams unter­einander: Stets sehr darauf ausgerichtet, sich gegenseitig mit Tipps, Werkzeug und Material zu helfen, erklärten sich die internationalen Teilnehmer die Tricks und Pläne, mit denen sie ihre Roboter erfolgreich machten. Sogar wir konnten die eine oder andere Lösung anbieten. So kehrten wir mit teils phantastischen, teils realistischen Ideen zurück, denn nächstes Jahr gilt es mit der erworbenen Erfahrung noch mehr zu punkten. Die Kehrseite sind allerdings die hohen Kosten für Bahnfahrt, Unterkunft, Teilnahmegebühr und den umfangreichen Bedarf an Material. Dieses Jahr wurde das Projekt von der Sparkasse Nürnberg angeschoben und einmalig aus dem Bildungsfonds des Landkreises Nürnberger Land ko­finanziert. Für nächstes Jahr müssen wir noch Sponsoren finden.

Bericht und Bild © Rudolf Pausenberger, CJT-Gymnasium Lauf