Science On Stage - Deutschland

The European Network For Science Teachers

Phineo

Dienstag 09.04.2019

Science on Stage bietet mit Jugend Forscht e. V. Fortbildung in Halle an

Es war das perfekte Wetter, um mehr zu lernen und neue Projekte zu starten. Bei strahlendem Sonnenschein fand am 5./6. April im Biologicum der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg die Fortbildung „Hand in Hand - Kooperationen zum kreativen, forschenden Lernen für den MINT-Unterricht“ statt. Organisatoren war Science on Stage – das europäische Netzwerk für MINT-Lehrkräfte und die Stiftung Jugend forscht e. V..

Die Fortbildung war an MINT-Lehrkräfte gerichtet, die Interesse hatten, an ihrer Schule eine Kooperation mit beispielsweise einer Universität zu starten. Wie wichtig dieses Thema ist, zeigte sich an der Teilnehmerzahl. Die Veranstaltung war innerhalb weniger Tage ausgebucht, mehr als 50 Lehrkräfte aus ganz Deutschland nahmen sich die Zeit, nach Halle zu kommen.  

Universitäten und Schulen sind beides in sich geschlossene Systeme mit wenig häufig wenig Kontakt zueinander. Kooperationen zwischen beiden zu initiieren, kann schwer sein. Dabei würden beide Institutionen voneinander profitieren und lernen. Doch wie beginnen Lehrkräfte überhaupt eine Kooperation mit einer Universität oder einem außerschulischen Lernort? Wie knüpfen sie die richtigen Kontakte? Wie viel Zeit braucht ein Projekt und welche Arten der Zusammenarbeit gibt es überhaupt? Diese Fragen beschäftigten die Lehrkräfte und wurden in den zwei Tagen intensiv behandelt.

Die Fortbildung begann am Freitag mit mehreren theoretischen Vorträgen. So stellte Prof. Dr. Martin Lindner, Professor für Didaktik der Biologie und Leiter der Didaktik der Geographie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, mehrere Möglichkeiten der Kooperationen vor. Zudem konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Biologicum näher anschauen und sich dabei mit Forschenden unterhalten.

Projekte aus der Praxis erleben

Am zweiten Tag gab es mehrere praktische Workshops für die Lehrkräfte. Die Referentinnen und Referenten hatten selbst erfolgreich Unterrichtsprojekte mit außerschulischen Institutionen geleitet. In den Workshops gaben sie den Lehrkräften Einblicke in diese Projekte und ließen sie die Experimente selbst ausprobieren.

So haben Dr. Tom Steinlein, Biologe an der Universität Bielefeld, und Melanie Wittland, Lehrerin am Gymnasium Heepen, ihr gemeinsames Projekt „High-Tech Wasserbad trifft auf ebay-Friteuse“ vorgestellt. Es entstand im Rahmen des Lehrer-Forscher-Tandems „Teacher and Scientists“. Dabei sind die Forschenden gemeinsam mit den Schülerinnen und Schüler eines Bielefelder Gymnasiums tief in die aktuelle Mykorrhiza-Forschung eingedrungen. Aus dieser Zusammenarbeit entstanden mehrere Unterrichtsmaterialien und sogar Forschungsergebnisse. Im Workshop erzählten Steinland und Wittland, welche Vorteile Kooperationen haben und auch wo die Grenzen liegen.

Die teilnehmenden Lehrkräfte mussten aber nicht nur zuhören, sondern legten selbst Hand an. Sie färbten Wurzeln an und mikroskopierten Mykorrizha live. Das taten sie mit so einer Begeisterung, dass sie fast die Kaffeepause vergaßen.  

Doch die Fortbildung bot auch Grundlegendes für Projekte. So stellten Dr. Britta Ufer und Silke Laub von der Stiftung Jugend forscht e. V. in ihrem Workshop verschiedene Kreativ-Methoden vor. Damit können Lehrkräfte die Kreativität ihrer Schülerinnen und Schüler wecken und die Ideenfindung vorantreiben. Auch hier wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst aktiv, wandten die gelernten Methoden an und kamen schon auf die ersten möglichen Fragestellungen für Projekte.

Zum Abschluss der zwei Tage gab es noch einen Workshop zum Thema „Gelingensfaktoren und Stolpersteine“. Hier überlegten die Lehrkräfte gemeinsam, welche Projektidee sie nun selbst umsetzen möchten, welche außerschulische Institutionen dafür in Frage kämen und welche Partnerschaften hierfür wichtig sind. Außerdem knüpften sie mit Lehrkräfte in ihrer Nähe, was viele auch fleißig taten. Sie tauschten sich untereinander aus, sprachen aber auch mit den Forschenden des Biologicums und legten erste konkrete Schritte für ein eigenes Projekt fest.

Am Ende der zwei Tage war klar: Die teilweise lange Anreise hat sich gelohnt. Die Lehrkräfte bringen viele neue Ideen in ihre Schulen zurück. Die Fortbildung war sicherlich der Startschuss von vielen zukünftigen Kooperationen.

 

Fotocredit: Laila Oudray