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Der Elitzur-Vaidman-Bombentest

Arbeitsblatt Teil 1: Superposition und Interferenz

Screenshot Simulation
© Screenshot

Bleibe zunächst auf dem Tab Simulation und aktiviere den Radiobutton Controls, um den oben gezeigten Aufbau zu erhalten. Du kannst nun mit den Feldern Input und Main controls unten links herumexperimentieren.

Aufgabe 1: Licht als elektromagnetische Welle

In diesem ersten Schritt wird Licht als klassische elektromagnetische Welle betrachtet.

Untersuche das Verhalten von Licht im Interferometer, indem du den Radiobutton Electromagnetic wave aktivierst. Klicke auf Continuous, damit eine kontinuierliche elektromagnetische Welle in das Interferometer eintritt. Achte darauf, dass sich der Strahlteiler 2 nicht im Strahlengang befindet.

  1. Beschreibe das Verhalten der elektromagnetischen Welle am ersten Strahlteiler und an den Spiegeln.
  2. Beobachte, in welchem Detektor die Welle nachgewiesen wird. Du kannst auf Fast forward 100 counts klicken, um zu sehen, wie oft die Welle in Detektor 1 und wie oft sie in Detektor 2 nachgewiesen wird. Erläutere das Ergebnis.

Aufgabe 2: Setze den Strahlteiler 2 ein

Das Licht ist immer noch eine elektromagnetische Welle. Füge nun einen weiteren Strahlteiler in den Weg des Lichts ein, indem du auf Insert beam splitter 2 klickst.

  1. Beobachte, wie sich der Aufbau und das Verhalten des Lichts verändert haben.
  2. Beobachte, in welchem Detektor das Licht erfasst wird. Schaue dir die Anzahl der Treffer im Feld Detected counts an.
  3. Notiere deine Beobachtungen.
  • Am Strahlteiler 1 teilt sich die einfallende Welle in zwei Wellen auf, von denen jede 50% der Intensität der einfallenden Welle hat. Eine Welle wird am Spiegel 1 reflektiert, die andere am Spiegel 2.
  • Sobald diese beiden Wellen den Strahlteiler 2 passiert haben, interferieren sie miteinander.
  • Bei der Reflexion an den Strahlteilern werden die Wellen phasenverschoben. Je nach Phasendifferenz zwischen den beiden Wellen nach dem zweiten Strahlteiler kann man destruktive oder konstruktive Interferenz beobachten.
  • In Richtung von Detektor 1 beobachtet man eine destruktive Interferenz: Die beiden Wellen heben sich gegenseitig auf, die Lichtintensität ist null, sodass nichts detektiert wird.
  • In Richtung von Detektor 2 ist die Interferenz konstruktiv: Die beiden Wellen „addieren“ sich und das Licht erreicht Detektor 2. Die an Detektor 2 detektierte Lichtintensität entspricht der Lichtintensität der einfallenden Welle.

Aufgabe 3: Klassische Teilchen

In einem zweiten Experiment soll nun das Verhalten klassischer Teilchen (sehr kleiner „Murmeln“) beobachtet und mit dem Verhalten einer Welle verglichen werden.

Klicke im Feld Input auf Classical particles und Insert beam splitter 2.

  1. Beobachte und beschreibe das Verhalten klassischer Teilchen an den Strahlteilern.
  2. Klicke auf Fast forward 100 counts. Schaue dir die Anzahl der Treffer in Detektor 1 und Detektor 2 an.
  3. Warum unterscheidet sich das, was detektiert wird, von dem, was in Aufgabe 2 detektiert wurde? Versuche, eine Erklärung dafür zu finden.

Erklärung mit Zuständen

  • Physiker*innen beschreiben das Verhalten eines Systems, indem sie dessen Zustand bzw. Zustände verfolgen. Um den Zustand eines Systems (z. B. einer Welle, eines Teilchens) zu beschreiben, verwenden sie die sogenannte (Bra-)Ket-Notation. Beispiel: Ein Teilchen, das den oberen Weg im Interferometer nimmt, würde mit |up⟩ beschrieben werden.
  • Ein ankommendes klassisches Teilchen, das den Strahlteiler 2 passiert hat, kann sich in zwei möglichen Zuständen befinden: Ein Teilchen, das den oberen Weg nimmt, ist im Zustand |up⟩ und wird von Detektor 1 erfasst. Ein Teilchen, das den rechten Weg nimmt, ist im Zustand |right⟩ und wird von Detektor 2 erfasst.
  • Die folgende Tabelle fasst zusammen, wie sich der Zustand des ankommenden klassischen Teilchens beim Durchlaufen des Interferometers ändert.

  Zustand eines klassischen Teilchens
Anfangszustand|initial⟩
Nach Strahlteiler 1entweder |up⟩ oder |right⟩
Nach Strahlteiler 2entweder |up⟩ oder |right⟩
Detektion

50% aller Teilchen werden im Detektor 1 erfasst

50% aller Teilchen werden im Detektor 2 erfasst

Im Gegensatz zu Licht, das als elektromagnetische Welle betrachtet wird, kann ein klassisches Teilchen von beiden Detektoren erfasst werden – mit der gleichen Wahrscheinlichkeit von 50%.

Schlussfolgerung: Licht verhält sich nicht wie ein klassisches Teilchen.

Aufgabe 4: Licht als Photon

Licht kann auch als aus „teilchenartigen“ Quantenobjekten zusammengesetzt beschrieben werden. Diese Quantenobjekte werden als Photonen bezeichnet. Je nach Experiment zeigen sie Eigenschaften von Teilchen oder Wellen (auch als Welle-Teilchen-Dualismus bezeichnet).

Klicke im Feld Input auf Single photons. Füge den Strahlteiler 2 ein.

  1. Untersuche, was passiert, wenn einzelne Photonen durch das Interferometer gehen.
  2. Beschreibe, in welchem Detektor die einzelnen Photonen erfasst werden.
  3. Vergleiche dies mit dem Verhalten eines klassischen Teilchens, das durch das Interferometer geht.
  • Obwohl ein Photon die Eigenschaften eines Teilchens hat, kann es sich gleichzeitig in beiden Zuständen |up oder |right befinden und den oberen oder den rechten Weg nehmen, nachdem es den Strahlteiler 1 passiert hat.
  • Das einzelne Photon befindet sich in einer Superposition der beiden Zustände |up und |right . Der Superpositionszustand wird wie folgt geschrieben: 12 |up + 12 |right .
  • In der Simulation wird die Superposition der beiden Zustände durch die beiden Wellenpakete (die das Photon darstellen) symbolisiert, die durch eine gepunktete Linie verbunden sind.
  • Möchte man herausbekommen, welchen Weg das Photon nimmt, muss man eine Messung vornehmen. Quadriert man die Faktoren vor den Zuständen |up und |right , in diesem Fall jeweils ( 12 ) 2 = 12 , erhält man die Wahrscheinlichkeit, dass das Photon den oberen bzw. den rechten Weg nimmt. Die Wahrscheinlichkeit ist hier jeweils 12 , also 50 %. Ohne Messung ist der Weg des einzelnen Photons nicht bestimmt.

Nach dem Strahlteiler 2 interferieren die beiden möglichen Zustände des einzelnen Photons ( |up und |right ) – genau wie die elektromagnetische Welle.

Schlussfolgerung

Wenn sich das Photon in mehreren möglichen Zuständen befinden kann, spricht man von einem „Superpositionszustand“, wie hier der Zustand 1 2 · | up + 1 2 · | right , der beschreibt, dass das Photon sowohl den oberen als auch den rechten Weg nimmt. Die beiden Zustände können sich gegenseitig beeinflussen – genau wie Wellen.

Screenshot
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Aufgabe 5: Fülle die Lücken

Fülle die Lücken in der folgenden Tabelle aus, die das Verhalten eines klassischen Teilchens und eines Photons beim Durchgang durch einen Mach-Zehnder-Interferometer zusammenfasst.

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