#SonS2026: Mein erstes Science on Stage Festival – und sicher nicht mein letztes
Ende Mai hatte ich die Gelegenheit, erstmals am Europäischen Science on Stage Festival in Klaipėda (Litauen) teilzunehmen. Nachdem ich bereits in den vergangenen Jahren im Rahmen unseres Quantum-Computing-Projekts mit Science on Stage zusammengearbeitet hatte, war es für mich etwas Besonderes, die europäische Community nun auch persönlich kennenzulernen.
Das Festival brachte mehrere hundert Lehrkräfte aus ganz Europa zusammen, die innovative Ideen für den MINT-Unterricht präsentierten, Workshops anboten und ihre Erfahrungen miteinander teilten. Schon nach kurzer Zeit wurde deutlich, was Science on Stage so besonders macht: die offene, freundliche und inspirierende Atmosphäre. Egal ob beim Besuch der Projektstände, in Workshops oder beim gemeinsamen Abendprogramm – überall entstanden Gespräche über Unterrichtsideen, technische Lösungen und spannende Projekte aus den unterschiedlichsten Ländern.
Besonders beeindruckt hat mich die Offenheit der Teilnehmenden. Es war erstaunlich, wie unkompliziert man mit Lehrkräften aus ganz Europa ins Gespräch kam und wie bereitwillig Erfahrungen, Materialien und Ideen geteilt wurden. Dabei ging es nicht nur um einen kurzen Austausch während des Festivals. Viele Gespräche entwickelten sich schnell zu konkreten Überlegungen für zukünftige Kooperationen. Einige der Kontakte werden sicherlich auch in Zukunft bestehen bleiben, und ich hoffe, dass daraus gemeinsame Projekte entstehen.
Inhaltlich gab es zahlreiche Highlights. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir ein belgisches Projekt zur Evolution von Getreidearten, das naturwissenschaftliche, historische und gesellschaftliche Fragestellungen miteinander verband. Spannend war auch die irische „Radon Mystery Challenge“, bei der Schülerinnen und Schüler wie echte Forschende einem wissenschaftlichen Rätsel auf die Spur kommen.
Darüber hinaus konnte ich viele neue Ideen für den Unterricht mitnehmen. Dazu gehörte die Vorstellung von gut umsetzbaren und gleichzeitig komplexen Messmethoden mit Vernier-Sensoren ebenso wie der praktische Workshop zum Nachweis von Mikroplastik im Trinkwasser. Gerade diese Mischung aus Theorie und eigenem Ausprobieren macht für mich den besonderen Reiz von Science on Stage aus. Ein weiteres Highlight war die Fahrt in einem selbstgebauten Elektrofahrzeug auf Scooter-Basis.
Neben dem Festival selbst hat mich auch Litauen begeistert. Für mich war es die erste Reise ins Baltikum, und ich habe das Land als ausgesprochen offen und gastfreundlich erlebt. Die angebotenen Exkursionen ermöglichten spannende Einblicke in Kultur, Geschichte und Natur der Region. Besonders interessant war für mich außerdem der Besuch des Klaipėda Baltic Gymnasium. Es war spannend zu sehen, wie Schule in einem anderen europäischen Land organisiert ist und welche Ideen dort im Unterricht umgesetzt werden.
Ich kehre mit vielen neuen Eindrücken, frischen Ideen und wertvollen Kontakten nach Hause zurück. Wenn Lehrkräfte ihre Erfahrungen teilen, voneinander lernen und gemeinsam neue Projekte entwickeln, profitieren am Ende vor allem die Schülerinnen und Schüler.
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Über den Autor
Joachim Birk ist Lehrer für Informatik und Englisch am Max-Planck-Gymnasium Göttingen. Am Europäischen Science on Stage Festival nahm er als Leiter des Workshops "Hands-on AI for Teachers: Train Your First Model" gemeinsam mit seinem türkischen Kollegen Selçuk Yusuf Arslan teil.
Seit 2025 engagiert sich Joachim Birk ehrenamtlich als Botschafter für Science on Stage.
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