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Simulation der Quantensuperposition und der Verschränkung

Coverbild Illustration

Übersicht

Sekundarstufe

Physik, Mathematik, Informatik

Quantencomputing

Deutsch

Auf einen Blick

Schlüsselbegriffe: Simulation, Superposition, Verschränkung, Arduino, Visualisierung, Tinkercad, Schaltpläne
Alter: 14 – 17 Jahre
Erforderliche Kenntnisse/Fähigkeiten: Grundlagen der Elektronik, Arduino-Programmierung, Schaltkreisdesign, Arbeiten in der virtuellen Umge-bung von Tinkercad, Grundlagen der Quantenphysik (insbesondere Quantensuperposition und -verschränkung)
Zeitrahmen: 1-2 Stunden, um mit Tinkercad den jeweiligen Schaltkreis – zur Simulation von Superposition oder von Verschränkung – zu entwerfen und einen einfachen Arduino-Code auf den Microcontroller zu laden. 

Autor: Astrinos Tsoutsoudakis (GR)

Inhaltsübersicht

Benötigtes Material
Aufgaben für Lehrkräfte/Schüler*innen
Superposition simulieren
Verschränkung simulieren

Zusammenfassung

In diesem Projekt erkunden die Schüler:innen über einen mit Tinkercad entworfenen Schaltkreis die für das Quantencomputing grundlegenden Begriffe der Superposition und der Verschränkung. Durch die Kombination einfacher elektronischer Bauteile (LEDs, Taster, Schalter) mit der Programmierung von Arduino simulieren die Schüler*innen, wie ein Quantenbit (Qubit) in einem Superpositionszustand existieren kann oder wie zwei Qubits miteinander verschränkt sein können. Superposition und Verschränkung sind zwei komplexe und kontraintuitive Konzepte, die im Zentrum des Quantencomputings stehen.
Über diesen praxisnahen Ansatz erfahren die Schüler*innen nicht nur theoretisch etwas über Superposition und Verschränkung – sie können buchstäblich sehen, was Superposition bzw. Verschränkung bedeutet, indem sie einen Schaltkreis entwerfen, zusammenbauen und mit ihm herumexperimentieren. Dadurch werden zwei der anspruchsvollsten und zugleich faszinierendsten Konzepte der Quantenmechanik zu einer spannenden und konkreten Lernerfahrung.
 

Quantencomputing von Bits zu Quantensprüngen teaser

Benötigtes Material

Hardware (falls der Schaltkreis tatsächlich gebaut werden soll)

Für den Superpositionssimulator
NameMengeBauteil
U11Arduino Uno R3
D11RCBG LED RGB
Rpot11250 kΩ Potentiometer
S11Schiebeschalter
R1 / R22Widerstand 220 Ω
R3 / R42Widerstand 10 kΩ
S21Taster

 

Für den Verschränkungssimulator
NameMengeBauteil
UA / UB2Arduino Uno R3
D1 / D22RCBG LED RGB
S1 / S22Taster
S3 / S42Schiebeschalter
R1 / R2 / R3 / R44Widerstand 10 kΩ
R5 / R6 / R7 / R84Widerstand 220 Ω

Aufgaben für Lehrkräfte

  • Tinkercad Classrooms installieren, Arduino-Code-Vorlagen und Schaltpläne zur Verfügung stellen.
  • Die Begriffe der Superposition und/oder der Verschränkung in der Quantenphysik einführen (siehe andere Unterrichtseinheiten innerhalb dieses Projekts).
  • Vorführen, wie im Schaltkreis Superposition bzw. Verschränkung durch blinkende oder pulsierende LEDs oder durch Reaktionen auf Schalter simuliert wird.
  • Den Schüler*innen helfen, die elektronischen Bauteile – LEDs, Widerstände, Taster, Schalter – richtig zu platzieren.
  • Die Schüler*innen bei den Programmieraufgaben unterstützen.
  • Zu Fragen und Diskussionen ermuntern.
  • Mit kurzen Quizfragen, Diskussionen oder Mini-Präsentationen überprüfen, was die Schüler*innen verstanden haben.


Aufgaben für Schüler*innen

  • Grundlagen der Elektronik und Programmierung erlernen.
  • Den Schaltplan mit Tinkercad erstellen, Code hochladen und verändern.
  • Mit dem Superpositionssimulator bzw. dem Verschränkungssimulator herumexperimentieren.
  • Die Vorgehensweise dokumentieren und Ergebnisse und Schwierigkeiten präsentieren.
  • Kreativ darüber nachdenken, wie der Simulator reale Quantensysteme noch besser simulieren kann, und Verbesserungsvorschläge machen.

Superposition simulieren

Hier können Sie die Tinkercad‑Simulation zur eigenen Nutzung aufrufen.

In der seltsamen Welt der Quantenphysik existieren Teilchen wie Elektronen oder Photonen nicht einfach in dem einen oder anderen Zustand – sie können gleichzeitig in mehreren Zuständen existieren, ein Phänomen, das als Superposition bezeichnet wird. Der Arduino-Schaltkreis, der in dieser Unterrichtseinheit gebaut wird, ahmt ein Quantensystem nach, das sich in einer Superposition zweier Grundzustände befindet: |0 und |1. Solange keine Messung Messung durchgeführt wird, kann man nur Wahrscheinlichkeiten dafür angeben, ob sich das System im Zustand |0 oder im Zustand |1 befindet.

In dem mit Tinkercad entworfenen elektronischen Schaltkreis, der anschließend mit Arduino und elektronischen Elementen (wie Steuer-LEDs, Tasten und Schaltern) gebaut wird, werden diese Wahrscheinlichkeiten mithilfe eines Zufallsgenerators (analogRead()-Funktion von Arduino) und dem fluktuierenden Rauschen eines nicht genutzten analogen Pins simuliert.

Um verschiedene „Wahrscheinlichkeiten“ einstellen zu können, die bei einer Messung einen konkreten Messwert liefern, wird ein Potentiometer verwendet. Durch Auslesen des Potentiometerwertes mit analogRead() kann man einstellen, wie wahrscheinlich es ist, dass bei einer Messung der Zustand |0 oder der Zustand |1 gemessen wird.

Während der „Superpositionsphase“ blinkt die RGB-LED. Nach der „Messung“ leuchtet sie dagegen entweder rot (|0) oder grün (|1). Über eine Schleife wird das System kontinuierlich zurückgesetzt. Das veranschaulicht die in der Quantenphysik wichtigen Begriffe der Superposition und der Messung.

Der Taster im Schaltplan von Abb. 3a dient dazu, „eine Messung durchzuführen“, während man mit dem Schalter zwischen den beiden Zufallsgeneratoren wechseln kann.

Ein Schaltkreis, der Superposition simuliert, entworfen in der virtuellen Umgebung von Tinkercad
© screenshot
Ein Schaltkreis, der Superposition simuliert, entworfen in der virtuellen Umgebung von Tinkercad
Schaltplan für den Superpositionssimulator
© screenshot
Schaltplan für den Superpositionssimulator
Schaltkreis zur Simulation der Superposition in der Tinkercad-Umgebung
© screenshot
Schaltkreis zur Simulation der Superposition in der Tinkercad-Umgebung

Wenn die Zufälligkeit vom nicht besetzten analogen Pin A0 kommt, beeinflusst der Pin den Potentiometerwert (die vorhergesagte Wahrscheinlichkeit unterscheidet sich von der tatsächlichen Wahrscheinlichkeit, siehe nächstes Bild), da sich alle analogen Pins denselben ADC-Bus (Analog-Digital-Wandler) teilen, was bedeutet, dass sie zu einem einzigen ADC „multiplexiert“ sind. Es kann immer nur ein Pin gleichzeitig ausgelesen werden, da der ADC sequenziell zwischen den Pins umschaltet. 

Um dieses Problem teilweise zu beheben und die Sache interessanter zu machen, kann man einen 10-20 cm langen blanken Draht an einen analogen Eingangspin (z. B. A0 bei einem Arduino) anschließen und ihn offen lassen (nicht mit einer Spannungsquelle oder Masse verbinden), damit er Umgebungsrauschen aufnehmen kann – insbesondere elektromagnetisches Rauschen von nahe gelegenen Elektronikgeräten, Lampen, WLAN oder sogar von unserem eigenen Körper, wenn wir uns dem Mikrocontroller nähern oder ihn berühren.

Arduino IDE serial port printer shows the relevance between expected and produced random values for the random number generation function
Die serielle Schnittstelle zum Drucker in der Arduino-Entwicklungsumgebung (IDE) zeigt den Unterschied zwischen den erwarteten und den mit dem Zufallsgenerator erzeugten Zufallswerten.
Trotz der vorhergesagten Wahrscheinlichkeit von 50 % zu 50 % kommt bei den gemessenen Zuständen eher eine Wahrscheinlichkeitsverteilung von 20% zu 80% heraus.

Verschränkung simulieren

Hier können Sie die Tinkercad‑Simulation zur eigenen Nutzung aufrufen.

Quantenkonzepte wie Verschränkung sind schwer zu verstehen, da sie keine direkte Entsprechung in unserer Alltagserfahrung haben. Eine Simulation ermöglicht es den Schüler*innen, diese Ideen visuell darzustellen. Sie können beispielsweise zwei „verschränkte” Objekte erschaffen, die so miteinander verbunden sind, dass wenn ein Objekt „gemessen” wird (z. B. indem sich seine Farbe von blau zu rot ändert), das andere Objekt sofort und gleichzeitig in einen damit „verknüpften“ Zustand wechselt (z  B. seine Farbe von grün zu gelb wechselt). Die beiden Objekte sind dadurch „korreliert“, in der Quantenphysik sagt man, sie seien verschränkt.

Die Simulation hilft den Schüler*innen, den Unterschied zwischen Quantenverschränkung und einer klassischen Korrelation zu erkennen. Ein klassisches Beispiel sind zwei bunte Bälle in zwei Schachteln. Öffnet man eine Schachtel und findet darin einen roten Ball, weiß man, dass sich in der anderen Schachtel ein blauer Ball befindet. In diesem Fall handelt es sich nicht um Verschränkung, da die Zustände (die Farben) von Anfang an festgelegt waren. Eine Quantenverschränkungssimulation zeigt, wie die Zustände zunächst unbestimmt sind, bis ein Zustand gemessen wird.
 

Ein Schaltkreis, der Verschränkung simuliert, entworfen in der virtuellen Umgebung von Tinkercad
© screenshot
Ein Schaltkreis, der Verschränkung simuliert, entworfen in der virtuellen Umgebung von Tinkercad
Schaltplan für den Verschränkungssimulator
© screenshot
Schaltplan für den Verschränkungssimulator
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