Die Quantum Machine - Ein Simulator für Quantencomputing
Übersicht
Auf einen Blick
Schlüsselbegriff: Quantengatter-Simulation
Alter: 14+ Jahre
Erforderliche Kenntnisse/Fähigkeiten: Grundkenntnisse zu Matrizen sowie ein allgemeines Verständnis des Quantencomputings sind von Vorteil
Zeitrahmen: eine Unterrichtsstunde (45 Minuten)
Autor: Joachim Birk (DE)
Ein Simulator für Quantencomputing
Nutzer*innen können eine Vielzahl von Quantengattern per Drag-and-drop aus einer Werkzeugleiste auf eine Zeitleiste ziehen, um eigene Schaltkreise zu konstruieren. Dazu gehören Ein-Qubit-Gatter wie Pauli-X- und Z-Gatter oder das Hadamard-Gatter (H) zur Erzeugung von Superpositionen. Für Fortgeschrittene steht auch das CNOT-Gatter (zwei Qubits) zur Verfügung. Diese Vielfalt ermöglicht die Erstellung sowohl einfacher als auch komplexer Quantenalgorithmen.
Ein zentrales Merkmal ist die Echtzeit-Simulation des Quantenverhaltens. Während man Gatter platziert, aktualisiert das System sofort die Wahrscheinlichkeiten, mit denen jedes Qubit in den Zuständen oder gemessen werden kann. Man kann den Schaltkreis jederzeit starten [start], messen [measure], zurücksetzen [reset] oder löschen [clear all], um frei zu experimentieren. Die Effekte von Interferenz und Verschränkung werden dabei unmittelbar durch animierte Wahrscheinlichkeitsbalken sichtbar.
Im Mathe-Modus [show math] werden der Quantenstatus und die Matrixdarstellungen der Schaltung gezeigt – inklusive Zustandsvektor und Matrizen-Notation.
Zur Unterstützung des Lernens enthält die Quantum Machine mehrere interaktive Tutorials zu Themen wie dem Hadamard-Gatter, Superposition, Verschränkung und einfachen Quantenalgorithmen – jeweils mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen.
Sobald ein Schaltkreis fertiggestellt ist, kann er mit nur einem Klick exportiert [export] werden – wahlweise als Qiskit-Code (Python) oder OpenQASM-2.0-Code – und somit direkt in professionellen Quantenumgebungen wie dem IBM Quantum Composer genutzt werden.
Videotutorial und allgemeiner Aufbau der Quantum Machine
Seht euch hier eine Anleitung zur Nutzung der Quantum Machine an:

A: Sandbox – Freier Modus zum Erstellen eigener Quantenschaltkreise
B: Pauli-X-Tutorial – Interaktive Einführung in das Pauli-X- (NOT-) Gatter
C: Hadamard-Tutorial – Zeigt, wie das Hadamard-Gatter Superpositionen erzeugt
D: CNOT-Tutorial – Erklärt, wie das CNOT-Gatter Qubits verschränkt
E: Q-Bot – Interaktiver Assistent mit Tipps und Erklärungen
F: Alles löschen – Setzt den gesamten Schaltkreis zurück
G: Mathe-Modus – Zeigt den aktuellen Quantenstatus in mathematischer Form (z. B. Dirac-Notation)
Werkzeugkasten:
H: Pauli-X-Gatter – Wechselt das Qubit von zu (und umgekehrt)
I: Pauli-Z-Gatter – Phasengatter, das das Vorzeichen des -Zustands ändert
J: Identitäts-Gatter – Führt keine Änderung durch, nützlich für Timing-Tests
K: Hadamard-Gatter – Erzeugt eine Superposition aus einem Basiszustand
Simulation:
L: Zurücksetzen – Setzt die Simulation zurück
M: Start – Startet die Simulation des erstellten Schaltkreises
N: Messen – Misst die Qubits und zeigt das Ergebnis an
O: Exportieren – Exportiert den Schaltkreis zu Qiskit oder OpenQASM
P: 2-Qubit-System – Aktiviert die zweite Qubit-Bahn
Q: 1-Qubit-System – Beschränkt das System auf ein Qubit
R: Qubit-Zeitleiste – Jede Bahn steht für ein Qubit und nimmt Gatter aus der Werkzeugleiste auf
Verwendung von Werkzeugkasten und Zeitleiste

Im 1-Qubit-System enthält der Werkzeugkasten vier Gatter: Pauli-X, Pauli-Z, Hadamard und Identität. Im 2-Qubit-System steht zusätzlich das CNOT-Gatter zur Verfügung. Durch Klicken auf das Info-Symbol (i) lassen sich zu jedem Gatter Details anzeigen. Gatter können per Drag-and-Drop auf die Zeitleiste gezogen und beliebig umgeordnet werden – ideal zum Experimentieren.

Simulation eines Schaltkreises

Zum Simulieren eines Schaltkreises platziert man Gatter auf der Zeitleiste. Der Anfangszustand jedes Qubits kann durch Klicken auf die Münze geändert werden (↔ ). Wenn der Aufbau vollständig ist, startet man die Simulation mit Start. Ein besonders spannender Effekt zeigt sich beim Hadamard-Gatter – die Münze beginnt sich schnell zu drehen und symbolisiert eine Superposition. Wichtig: Kein Ergebnis ist endgültig, bis eine Messung durchgeführt wird. Durch Klicken auf Measure wird der Endzustand berechnet und angezeigt.

Mathematische Darstellung
Im Mathe-Modus kann der Quantenstatus eines Schaltkreises in Matrixnotation angezeigt werden. Es erscheinen sowohl der Zustandsvektor als auch die Gatter-Matrizen, um die mathematischen Zusammenhänge besser zu verstehen. Durch das Klicken auf Show Math (unten links), kann man den vollständigen Zustandsvektor und die Matrizen des Schaltkreises einsehen.

Interaktive Tutorials
Neben dem freien Sandbox-Modus bietet die Quantum Machine drei interaktive Tutorials zu den wichtigsten Quantengattern: Pauli-X, Hadamard und CNOT. Diese Tutorials führen schrittweise durch zentrale Konzepte des Quantencomputings. Schüler*innen können sie im Unterricht, bei der Selbstarbeit oder als Hausaufgabe nutzen. Die Inhalte sind visuell, intuitiv und leicht verständlich aufbereitet.
Exportieren von Schaltkreisen
Nach Abschluss eines Schaltkreises kann dieser mit einem Klick exportiert werden. Man kann zwischen Qiskit (Python) oder OpenQASM 2.0 wählen, um den Code direkt in professionellen Umgebungen wie dem IBM Quantum Composer weiterzuverwenden. Dazu klickt man oben rechts auf Export und wählt das gewünschte Format aus.
Aufgaben für Schüler*innen
Dieser Abschnitt dient der Übung und Vertiefung. Nach dem Simulieren können Lernende die zugrundeliegende Mathematik überprüfen und so ihr Verständnis festigen:
- Zustandswechsel mit dem Pauli-X-Gatter
- Superposition erzeugen mit dem Hadamard-Gatter
- Verschränkung erzeugen mit dem CNOT-Gatter
Am Ende können die Schüler*innen ihre Schaltkreise mit der Klasse teilen – ein Ansatz, der Peer-Learning und vernetztes Denken fördert.
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