Der Elitzur-Vaidman-Bombentest – ein Beispiel für Quantenüberlegenheit
Übersicht
Auf einen Blick
Schlüsselbegriffe: Quantenzustand, Superposition, Interferenz, Quantenüberlegenheit, Messung in der Quantenphysik
Alter: 17 – 19 Jahre
Erforderliche Kenntnisse/Fähigkeiten: Grundkenntnisse der Quantenphysik, insbesondere der Interferenz von Wellen, Quantenobjekten und Photonen (siehe die Unterrichtseinheit „Grundlagen der Quantenphysik“)
Zeitrahmen: 45 Minuten
Autor: Jörg Thorwart (DE)
Die Idee, die dieser Unterrichtseinheit zugrunde liegt, ist ein Gedankenexperiment, das 1993 von Avshalom Elitzur und Lev Vaidman entwickelt wurde.
Man hat in diesem Gedankenexperiment eine Reihe lichtempfindlicher Bomben. Einige funktionieren, andere sind defekt. Mithilfe der klassischen Physik kann man nur dann bestimmen, ob eine Bombe funktioniert, wenn man mit ihr interagiert, d. h. wenn man sie zündet – in dem Gedankenexperiment macht man das, indem man sie mit Licht bestrahlt. Wenn die Bombe funktioniert, explodiert sie. Ist sie defekt, passiert nichts.
Die Quantenphysik bietet in dem Fall gegenüber der klassischen Physik einen Vorteil. In einem speziellen Versuchsaufbau mit einem Mach-Zehnder-Interferometer hat man eine 25-prozentige Chance, eine funktionstüchtige Bombe zu erkennen, ohne dass sie explodiert. Dies ist ein Beispiel für eine wechselwirkungsfreie Messung, die zwei Quantenkonzepte nutzt: Superposition und Messungen an Quantenobjekten. Diese Konzepte sind wichtig für die Verwendung und Programmierung von Quantencomputern.
Weitere Einzelheiten zur Funktionsweise eines Mach-Zehnder-Interferometers und des Bombentesters finden sich in den beiden Aufgaben, die auch als Arbeitsblätter zum Download zur Verfügung stehen sowie in den am Ende dieser Einheit genannten Quellen.
Lernziele
- Die Schüler*innen werden mit Konzepten vertraut gemacht, die für das Quantencomputing wichtig sind: Superposition und Messungen an Quantenobjekten.
- Die Schüler*innen entdecken, was Quantenüberlegenheit bedeutet: Sie stellen fest, dass in manchen Fällen die Quantenphysik gegenüber der klassischen Physik Vorteile hat.
In dieser Unterrichtseinheit wird von den Schüler*innen erwartet, dass sie größtenteils selbstständig und mit minimaler Unterstützung durch die Lehrkraft arbeiten. Sie lösen Aufgaben mithilfe der folgenden interaktiven Simulationen bzw. Spiele:
- „Quantum Mechanics Visualisation Project“ (QuVis), entwickelt von der University of St. Andrews (Großbritannien)
- Quantum Flytrap (Quanten-Fliegenfalle; Entwicklung: Piotr Migdał, Design: Klem Jankiewicz). Das Spiel steht auch auf Deutsch sowie weiteren Sprachen zur Verfügung.
Struktur der Unterrichtseinheit
Diese Unterrichtseinheit besteht aus zwei Arbeitsblättern für Schüler*innen und einer PowerPoint-Präsentation. Die Aufgaben und Dateien sind so konzipiert, dass die Schüler*innen sie selbstständig bearbeiten können. In der Arbeitsblatt-Version für Lehrkräfte sind die Lösungen zu den Aufgaben enthalten.
Der erste Teil der Unterrichtseinheit wird durch die Aufgaben Teil 1 und 2 abgedeckt; die Ziele und die Struktur sind:
- Die Schüler*innen erkunden mithilfe der Simulation der University of St. Andrews den Aufbau eines Mach-Zehnder-Interferometers. (10 Minuten). Hier klicken: Interferometer Experimente
- Die Schüler*innen untersuchen im Mach-Zehnder-Interferometer das Verhalten eines klassischen Teilchens und vergleichen es mit dem Verhalten eines Photons (eines Quantenobjekts). (10 Minuten)
- Die Schüler*innen sollen die Interferenzeffekte eines einzelnen Photons mithilfe des Konzepts der Superposition erklären können.
- Die Schüler*innen untersuchen, was passiert, wenn mithilfe der Quantum-Flytrap-Simulation eine Messung am Superpositionszustand des Photons durchgeführt wird: (5 Minuten). Hier klicken: Spiel „Peeking at a photon“
Im zweiten Teil der Unterrichtseinheit befassen sich die Schüler*innen mit dem eigentlichen Nachweis von Quantenbomben. Die Lehrkraft kann zur Vorstellung des Experiments die vorbereitete Präsentation (ca. 15 Minuten) verwenden. Die Schüler*innen erfahren, wie man mit einem Mach-Zehnder-Interferometer funktionierende lichtempfindliche Bomben aufspüren kann, ohne dass sie zur Explosion gebracht werden.
Am Ende der Präsentation erhalten die Schüler*innen die Aufgabe, ihr Wissen mithilfe der Simulation „Quantum Bomb Detection“ anzuwenden und zu überprüfen. Diese Aufgabe kann auch als Hausaufgabe vergeben werden.
Die Präsentation kann hier als pdf oder pptx heruntergeladen werden.
Alternativ können die Schüler*innen direkt die Aufgaben Teil 3 bearbeiten. Die Schüler*innen untersuchen mithilfe der Simulation, wie effizient die Bombentester-Methode zum Aufspüren funktionierender Bomben ist.Da dies einige Zeit in Anspruch nimmt, kann es auch als Hausaufgabe aufgegeben werden.
Referenzen
Hier finden Sie alle Links und Online-Materialien, die erwähnt und zur Erstellung dieser Unterrichtseinheit verwendet wurden. Die Links können an die Schüler weitergegeben werden, um deren Wissen zu vertiefen:
QuVis - The Quantum Mechanics Visualisation Project (University of St Andrews)
(leztzer Zugriff 15.04.2026)Quantum Flytrap (created by Piotr Migdał and designed by Klem Jankiewicz)
(leztzer Zugriff 15.04.2026)Interferometer experiments with photons, particles and waves
(leztzter Zugriff 15.04.2026)'Peeking a photon' (Quantum Flytrap)
(letzter Zugriff 15.04.2026)Quantum Bomb Detection (QuVis)
(letzter Zugriff 15.04.2026)Diese Links können an die Schüler weitergegeben werden, um deren Wissen zu vertiefen:
Elitzur and Vaidman: Elitzur, Avshalom C.; Lev Vaidman (1993). "Quantum Mechanical interaction - Free Measurements" . Foundations of Physics. 23 (7): 987–997, arXiv:hep-th/9305002
(letzter Zugriff 15.04.2026)Arbeitsblätter der QuVis website: QuVis-Materialien werden unter einer CC-BY-NC-SA-Lizenz bereitgestellt. Lehrkräfte sind eingeladen, die Aktivitäten bei Bedarf anzupassen.
(letzter Zugriff 15.04.2026)Für eine detailliertere Erklärung des Aufbaus eines Mach-Zehnder-Interferometers siehe die Unterrichtseinheit „Quantum machine“ sowie die Website PhysicsOpenLab.
(letzter Zugriff 15.04.2026)YouTube-Video der Physikerin Sabine Hossenfelder zum Bombenexperiment: Why is quantum mechanics weird? The bomb experiment
(letzter Zugriff 15.04.2026)
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