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Wahrscheinlichkeitstheorie – von klassisch bis quantenmechanisch

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Übersicht

Sekundarstufe

Mathematik

Quantencomputing

Deutsch

Auf einen Blick

Schlüsselbegriffe: Wahrscheinlichkeit, Ergebnis, Ereignis, Statistik
Alter: 14 – 16 Jahre
Erforderliche Kenntnisse/Fähigkeiten: Grundlagen der Algebra, Bruchrechnung
Zeitrahmen: 45 Minuten

Dieser Abschnitt ist Teil der Unterrichtseinheit Grundlagen des Quantencomputings – Mathematische Grundlagen von Natalija Budinski (RS).

Inhaltsübersicht

Grundlegende Definitionen der Wahrscheinlichkeitstheorie
Klassische Wahrscheinlichkeitstheorie – Beispiele
Wahrscheinlichkeitstheorie in der Quantenphysik
Wahrscheinlichkeit in der Quantenphysik – Beispiele
Task for students: Quiz

Zusammenfassung

In dieser Unterrichtseinheit lernen die Schüler*innen Grundlagen der Wahrscheinlichkeitstheorie sowohl aus klassischer als auch aus quantenphysikalischer Perspektive. 

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Am Ende der Unterrichtseinheit sollten die Schüler*innen in der Lage sein:

  • die Begriffe Ereignis und Ereignisraum zu erklären;
  • einfache Wahrscheinlichkeiten für gleichwahrscheinliche Ergebnisse zu berechnen;
  • zu erkennen, wie sich Wahrscheinlichkeiten in der Quantenphysik von Wahrscheinlichkeiten in der klassischen Physik unterscheiden;
  • Wahrscheinlichkeitsregeln sowohl in der klassischen Physik als auch in der Quantenphysik anzuwenden.

Material 

  • Papier und Bleistift
  • Münzen, Würfel, verschiedenfarbige Murmeln

Grundlegende Definitionen der Wahrscheinlichkeitstheorie

Ein Ereignisraum (in der Regel mit Ω bezeichnet) ist die Menge aller möglichen Ergebnisse eines Zufallsexperiments.
Beim Werfen einer Münze ist der Ereignisraum beispielsweise {Kopf, Zahl}. Beim Werfen eines sechsseitigen Würfels ist der Ereignisraum {1, 2, 3, 4, 5, 6}.

Ereignisse (E) sind bestimmte Mengen (Teilmengen) von Ergebnissen aus dem Ereignisraum.
Ein Ereignis E ist eine Menge von Ergebnissen eines Zufallsexperiments. Bei einem Münzwurf könnte ein Ereignis „Kopf“ und ein anderes Ereignis „Zahl“ sein. Es gibt sogar ein Ereignis, das alle möglichen Ergebnisse umfasst: „Kopf oder Zahl“.

Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses

Die Wahrscheinlichkeit pE eines Ereignisses E ist eine Zahl zwischen 0 und 1, sodass gilt:

  • pE=0 genau dann, wenn E nicht eintreten kann;
  • pE=1 genau dann, wenn E sicher ist;
  • 0< pE <1 in allen anderen Fällen.

Wahrscheinlichkeiten vergleichen

Wenn pA > pB , ist das Ereignis A wahrscheinlicher als das Ereignis B.

Komplementäres Ereignis

Das komplementäre Ereignis eines Ereignisses E, oft als not EE¯ oder E geschrieben, ist eine Menge aller möglichen Ergebnisse eines Ereignisraums, mit Ausnahme des Ereignisses E selbst. Die Wahrscheinlichkeiten eines Ereignisses und seines komplementären Ereignisses erfüllen die Gleichung: p not E = 1 p E .

 

Klassische Wahrscheinlichkeitstheorie – Beispiele

Wir werfen eine Münze und fangen sie wieder auf. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie auf „Kopf“ fällt?

Lösung

Der Ereignisraum ist  Ω = { Kopf, Zahl }

Das gesuchte Ereignis ist  E = { Kopf }

Die Wahrscheinlichkeit, Kopf zu erhalten, beträgt  p ( Kopf ) = 1 2

Wenn wir nun die Wahrscheinlichkeit für „Zahl“ ermitteln möchten, können wir die Komplementäreigenschaft verwenden:  p ( not E ) = 1 p ( E ) = 1 1 2 = 1 2

Wir werfen einen Würfel und lesen die gewürfelte Augenzahl ab. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir eine gerade Zahl würfeln?

Lösung

Der Ereignisraum ist Ω = { 1 , 2 , 3 , 4 , 5 , 6 }

Die interessierenden Ereignisse sind  E = { 2 , 4 , 6 }

Die Wahrscheinlichkeit, eine gerade Zahl zu würfeln, beträgt somit  p ( E ) = 3 6 = 1 2

Allgemeiner ausgedrückt: Wenn wir gleichwahrscheinliche Ergebnisse haben (alle Ergebnisse sind gleich wahrscheinlich – wie bei einem fairen Würfel) und nach einer Menge von „interessierenden Ereignissen“ suchen, ergibt sich für die Wahrscheinlichkeit dieser interessierenden Ereignisse:

p ( interessierende Ereignisse ) = Anzahl interessierender Ereignisse Anzahl der möglichen Ergebnisse

Ein Sack enthält 8 rote Murmeln, 5 blaue Murmeln und 9 grüne Murmeln. Wenn wir zufällig eine Murmel ziehen, wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie rot ist?

Lösung

Der Ereignisraum ist Ω = { 8 „rote Murmeln“, 5 „blaue Murmeln“, 9 „grüne Murmeln“ } , also insgesamt 22 Elemente.

Das gesuchte Ereignis ist  E = { „rote Murmeln“ }

Die Wahrscheinlichkeit, eine rote Murmel zu ziehen, beträgt  p ( E ) = p ( „rote Murmeln“ ) = 8 22 = 4 11

Wahrscheinlichkeitstheorie in der Quantenphysik


Im Folgenden werden wir einige Notationen und Begriffe der Quantenphysik verwenden, die in anderen Unterrichtseinheiten erklärt werden. Der Kontext, d. h. die Bedeutung der Symbole, kann ignoriert werden; es soll hier nur um die mathematischen Formeln gehen. Anstatt den allgemeinen Fall eines beliebigen Quantensystems zu betrachten, werden wir im Folgenden gleich auf das spezielle Beispiel eines Qubits eingehen.

In der Quantenphysik existiert ein Qubit nicht einfach entweder im Zustand | 0 oder im Zustand | 1 – zumindest nicht, bevor eine Messung an dem System durchgeführt wird (siehe „Grundlagen der Quantenphysik“). Stattdessen kann es sich in einer Superposition der Zustände | 0 und | 1 befinden, und man kann lediglich Aussagen darüber treffen, mit welchen Wahrscheinlichkeiten es im Zustand | 0 oder im Zustand | 1 gemessen wird.

Darstellung eines Qubits

Ein Qubit wird normalerweise durch seinen Zustand | ψ = α | 0 + β | 1 beschrieben, wobei α und β komplexe Zahlen sind mit der Eigenschaft | α | 2 + | β | 2 = 1 . Zur Ket-Notation | siehe die Unterrichtseinheit Matrizen und wie sie im Quantencomputing eingesetzt werden. Eine Einführung in komplexe Zahlen findet sich in dieser Unterrichtseinheit.

Eine Messung an einem Qubit durchführen

Die Wahrscheinlichkeit, dass das Qubit im Zustand | 0 gemessen wird, beträgt | α | 2 .

Entsprechend beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass das Qubit im Zustand | 1 gemessen wird,  | β | 2

Wie in der klassischen Wahrscheinlichkeitstheorie müssen diese Werte zusammen 1 ergeben, aber das Vorhandensein komplexer Zahlen ermöglicht Interferenzeffekte, siehe „Grundlagen der Quantenphysik“.

 

Wahrscheinlichkeit in der Quantenphysik – Beispiele

Angenommen, wir haben ein Qubit im Zustand:  | ψ = 2 2 | 0 + 2 2 | 1

In diesem Fall sind α und β reelle Zahlen: α = 22 und β = 22.

Quadrieren der Beträge von α und β ergibt:

| α | 2 = ( 2 2 ) 2 = 1 2

| β | 2 = ( 2 2 ) 2 = 1 2

Somit ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Qubit im Zustand |0 gemessen wird, 12,
und die Wahrscheinlichkeit, dass es im Zustand |1 gemessen wird, ebenfalls 12.

 

Angenommen, wir haben ein Qubit im Zustand:

| ψ = 3 2 | 0 + 1 2 | 1

Damit ist α = 3 2 und β = 1 2 . Und:

| α | 2 = ( 3 2 ) 2 = 3 4 ,

| β | 2 = ( 1 2 ) 2 = 1 4

Auch hier addieren sich die Quadrate der Koeffizienten zu 1:  | α | 2 + | β | 2 = ( 3 2 ) 2 + ( 1 2 ) 2 = 3 4 + 1 4 = 1

Somit ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Qubit im Zustand | 0 gemessen wird, 3 4 ,
und die Wahrscheinlichkeit, dass es im Zustand | 1 gemessen wird, 1 4 .

Aufgaben für Schüler*innen

Das Quiz gibt es als download als docx und pdf.

Außerdem können Sie das Quiz als interaktives Format mit diesem Link direkt an Ihre Schüler*innen senden.

  1. B
  2. A
  3. C
  4. A
  5. C
  6. B
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