Matrizen und wie sie im Quantencomputing eingesetzt werden
Übersicht
Auf einen Blick
Schlüsselbegriffe: Matrizen und wie sie im Quantencomputing eingesetzt werden
Alter: 16 – 18 Jahre
Erforderliche Kenntnisse/Fähigkeiten: Grundlagen der Algebra
Zeitrahmen: 45 Minuten
Dieser Abschnitt ist Teil des Unterrichtsmaterials Grundlagen des Quantencomputings – Mathematische Grundlagen von Natalija Budinski (RS).
Die Schüler*innen
- lernen, was Matrizen sind und wie man mit ihnen grundlegende Operationen wie Addition und Multiplikation durchführt;
- erfahren, wie Matrizen in der Quantenmechanik bzw. im Quantencomputing verwendet werden;
- lernen das Kronecker-Produkt (auch Tensorprodukt genannt) kennen, eine spezielle Matrixoperation, die beispielsweise zur Beschreibung von Multi-Qubit-Systemen verwendet wird;
- machen sich mit der Dirac-Notation (Bra-Ket-Notation) vertraut, einer Darstellung von Quantenzuständen.
Material
- Papier und Bleistift
Matritzen
Um zwei Matrizen zu addieren oder voneinander zu subtrahieren, müssen die Matrizen die gleiche An-zahl von Zeilen und Spalten haben. Die Addition und Subtraktion von Matrizen erfolgt Element für Ele-ment. Jedes Element einer Matrix wird zum entsprechenden Element der anderen Matrix addiert oder von diesem subtrahiert.
Eine Matrix ist eine Anordnung von Zahlen, wobei die Anzahl der Zeilen und die Anzahl der Spalten ist. Die Ordnung einer Matrix ist die Anzahl der Zeilen mal die Anzahl der Spalten, d. h. . Angenommen, eine Matrix hat 5 Zeilen und 4 Spalten, dann beträgt die Ordnung der Matrix 20.
Eine quadratische Matrix ist eine Matrix, bei der die Anzahl der Zeilen gleich der Anzahl der Spalten ist.
Die Identitätsmatrix (oder Einheitsmatrix) ist eine quadratische Matrix mit Einsen in der Hauptdiagonalen und überall sonst Nullen.
Um zwei Matrizen zu addieren oder voneinander zu subtrahieren, müssen die Matrizen die gleiche Anzahl von Zeilen und Spalten haben. Die Addition und Subtraktion von Matrizen erfolgt Element für Element. Jedes Element einer Matrix wird zum entsprechenden Element der anderen Matrix addiert oder von diesem subtrahiert.
Beispiel
Betrachte die beiden Matrizen und . Berechne und .
und .
Lösung
Um eine Matrix mit einer anderen Matrix multiplizieren zu können, müssen ihre Dimensionen übereinstimmen (bei zwei Matrizen A und B heißt das, dass die Anzahl der Spalten in A mit der Anzahl der Zeilen in B übereinstimmen muss). Das Ergebnis ist eine Matrix, die so viele Zeilen wie die erste Matrix und so viele Spalten wie die zweite Matrix hat.
und
Beispiel:
Nehmen wir wieder die beiden Matrizen aus dem Abschnitt „Addition und Subtraktion“. Die Ergebnisse von und sind:
Die Bra-Ket-Notation
Mit der Bra-Ket-Notation, auch bekannt als Dirac-Notation, kann man Quantenzustände darstellen. Diese Notation ist zur Vektornotation äquivalent, sie ist jedoch kürzer und „übersichtlicher“.
Sie verwendet die Symbole (Ket) und (Bra).
Ein Ket steht für einen Spaltenvektor, wie beispielsweise oder , die die Basiszustände eines Qubits darstellen. Ein Bra steht für einen Zeilenvektor, wie beispielsweise oder . Wir werden nicht weiter auf die Bra-Notation eingehen, da wir in diesem Unterrichtsmaterial ausschließlich die Ket-Notation verwenden.
Kronecker-Produkt
Im Quantencomputing müssen wir oft mehrere Quantenbits (Qubits) gleichzeitig beschreiben. Eine einfache Möglichkeit hierfür ist das Kronecker-Produkt (auch Tensorprodukt genannt). Das Kronecker-Produkt verknüpft zwei Matrizen oder zwei Vektoren.
Beispiel 1
Betrachte die beiden Vektoren und . Das Kronecker-Produkt, gekennzeichnet durch das Symbol , dieser beiden Vektoren ist:
Für zwei Vektoren und ergibt deren Kronecker-Produkt immer einen größeren Vektor. In diesem Beispiel sind die Ausgangsvektoren zweidimensional, während der resultierende Vektor 2 × 2 = vierdimensional ist.
Beispiel 2
Betrachte die beiden Vektoren und . Ihr Kronecker-Produkt ist:
.
Das Kronecker-Produkt eines dreidimensionalen und eines zweidimensionalen Vektors ist ein sechsdimensionaler (3 x 2) Vektor.
Beispiel 3
Betrachte wieder die beiden Matrizen und . Ihr Kronecker-Produkt ist:
.
Beispiel 4
Das Kronecker-Produkt ist distributiv:
a) Überprüfe die Distributivität des Kronecker-Produkts für die folgenden Vektoren:
und .
b) In der Ket-Notation können diese drei Vektoren geschrieben werden als:
, und .
kann daher auch geschrieben werden als:
, oder in einer noch kürzeren Schreibweise: .
Das Kronecker-Produkt ist nützlich, weil es die Handhabung von zusammengesetzten Systemen ermöglicht, indem es diese als Kombinationen einzelner Komponenten behandelt.
Beispiel 5
Betrachte die beiden Qubit-Zustände:
und .
Der Quantenzustand eines Zwei-Qubit-Systems ergibt sich aus dem Kronecker-Produkt der beiden Qubit-Zustände, zum Beispiel,
Beachte: Das Kronecker-Produkt ist nicht kommutativ: .
Example 6
Quantenzustände können nicht immer einfach als Kronecker-Produkte geschrieben werden. Betrachten wir den Zwei-Qubit-Zustand:
,
der der folgenden Summe von Kronecker-Produkten entspricht:
Das entspricht:
Der resultierende Zustand kann nicht durch ein Kronecker-Produkt zweier Qubit-Basiszustände dargestellt werden.
Aufgaben für Schüler*innen
Das Quiz gibt es als download als docx und pdf.
Außerdem können Sie das Quiz als interaktives Format mit diesem Link direkt an Ihre Schüler*innen senden.
- B
- A
- B
- A
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