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Artikel von Lehrkräften 03.07.2020

Wie eine digitale Escape Story entstand

Die Coronakrise hat uns Lehrerinnen und Lehrer vor große Herausforderungen gestellt. Nicht nur für das wochenlange Homeschooling, sondern auch für die neue Realität des Hybridunterrichts mussten Ideen und geeignete Methoden gefunden werden, um einen motivierenden MINT-Unterricht anzubieten.

Mir haben dabei die virtuellen Stammtische von Science on Stage sehr geholfen. Sie waren Ideengeber und Netzwerk zugleich. Ich ging immer mit neuem Input für ein spannendes und abwechslungsreiches Projekt aus den Veranstaltungen heraus. So auch vor einigen Wochen, als ich bei einem virtuellen Stammtisch zum Thema "EduBreakOut" teilgenommen habe.

Da ich selbst Fan der diversen Escape-/Exit-Games bin, habe ich vor einigen Jahren damit begonnen, Umsetzungen für den MINT-Unterricht zu entwickeln. Deswegen war es sehr interessant für mich, dass ich auf dem Stammtisch viele Gleichgesinnte traf, die sich ebenso mit der Thematik beschäftigen.

Ich selbst setze regelmäßig verschiedenen Formate in meinen Lerngruppen in Sek I und II ein. Angefangen von 60-Minuten Live-Escapes im Klassenraum bis zu sogenannten Minuten Escapes. Dies sind thematische Escape Games im Fachunterricht, die 15 – 40 Minuten dauern. Sie bieten sich hervorragend zur Wiederholung und praktischer Anwendung von Fachwissen am Ende von Unterrichtssequenzen an. Sie erfordern nicht viel Vorbereitung seitens der Lehrkraft und lassen sich parallel mit der ganzen Lerngruppe „spielen“.

Morpheus Game Logo
© Fabian Bendlow

Für das zweite Halbjahr hatte ich schon konkrete Ideen für EduBreakOuts und hatte auch schon begonnen Material zu entwickeln. So hatte ich einen Escape für einen Chemie-Oberstufenkurs geplant. Dann kam die Coronakrise. Corona-Unterricht bedeutet für mich vor allem, mein bestehendes Material an die neuen kontaktfreien Unterrichtsbedingungen anzupassen bzw. neues Material zu entwickeln. 

Da ich trotz Homeschooling nicht auf das Format verzichten wollte, war die Frage also, wie sich das nun umsetzen lässt. Hier kamen die Online-Seminare und virtuellen Stammtische ins Spiel, welche in den letzten Wochen gerade den digitalen Methoden und Plattformen ordentlich Auftrieb gegeben haben. Die Schüler*innen sollten im besten Fall den kompletten Escape zuhause am Rechner absolvieren können. Das Projekt „Digitaler Classroom Escape“ war geboren.

Was soll da rein? Zunächst einmal ein Thema mit Lehrplanbezug. Alles klar, wir nehmen Kinetik, chemisches Gleichgewicht und das Haber-Bosch-Verfahren. Dann brauchen wir digitale Plattformen, um dem Escape eine attraktive Oberfläche und leichte Anwendung zu geben. Ich entschied mich für Padlet und baute in diese Pinnwand weitere Apps wie LearningApps, Learning Snacks, Youtube-Clips, und Blogbeiträge ein.

Als letzte Zutat für einen motiverenden Classroom Escape wollte ich eine Rahmengeschichte haben, am besten irgendetwas mit einem Alltagsbezug für die Schüler*innen: deshalb Escape-Story. Nach einem arbeitsintensiven, aber enorm kreativen Wochenende war sie fertig - meine erste digitale Escape Story. Die Story finden sie unten! Ich hoffe, Sie haben großen Spaß daran! 

Dieser Text stammt Fabian Bendlow. Er ist Biologie- und Chemielehrer an der Integrativen Gesamtschule Oberpleis. Er hat an mehreren von unseren virtuellen Events teilgenommen und ist so zu Science on Stage gekommen. Erfahren Sie hier mehr darüber. 

Der Einsatz im Homeschooling ist einfach: Die Schüler*innen müssen nur den Link anklicken, gelangen auf die Benutzeroberfläche und sind mitten in der Story. Wie bei den bekannten Escape Formaten gibt es die Möglichkeit Hilfen und Lösungen abzurufen, sodass die Schüler*innen auch ohne Präsenz der Lehrkraft den Escape schaffen können. Spielerisches, selbstgesteuertes Lernen eben!

https://padlet.com/teachersthinktank20/bmijki54eczix21z

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